Das Südamerikahaus

Das architektonisch einer russisch-orthodoxen Kirche nachempfundene ehemalige Vogelhaus wurde 1899 errichtet. Es ist somit eines der ältesten noch exisitierenden Tierhäuser des Kölner Zoos.

 

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Im 2. Weltkrieg wurde das Haus schwer beschädigt und nach Instandsetung 1952 wiedereröffnet. In den 1950er Jahren wurden hier neben Papageien, Nashornvögeln und einigen anderen Vogelarten auch Schimpansen gehalten. Wenn ich mich richtig erinnere, zogen bereits Ende der 1950er auch Orang Utans ein. In den 1960ern lebten sie auf jeden Fall dort. Sie waren in den Gehegen mit der Außenvoliere zwischen den Südtürmen untergebracht.
In der Folgezeit wurden die Vogelvolieren nach und nach für die für die Haltung von weiteren Affenarten umgebaut. Obwohl die Haltung von Menschaffen in diesem Tierhaus alles andere als artgerecht war, kam 1962 das erste Schimpansenjungtier zur Welt und am 29. Januar 1971 der erste Orang-Utan, Lotti. Sie starb am 30. Mai 2010, hat ihr ganzes Leben im Kölner Zoo verbracht und hier drei Jungtiere geboren und aufgezogen. Die traurige Geschichte des Schimpansen Petermann, der 1985 erschossen werden mußte, weil er nach einem Ausbruch den damaligen Direktor Dr. Nogge lebensgefährlich verletzt hatte, können Sie hier auf Wiki nachlesen.

 

So sieht es aktuell innen aus.
Nur die Gehege an Nord- und Südseite sind bewohnt.

Nachdem die Orang Utans 1985 in das neue Urwaldhaus umgezogen waren, wurde das Vogelhaus zum Südamerikahaus. Der Innenraum wurde als tropischer Regenwald gestaltet, der Weg führte über einen weichen Boden aus aufgeschüttetem Mulch, und über den Köpfen der Besucher rannten kleine Affen in Laufgängen, die die Gehege auf beiden Seiten des Hauses miteinander verbanden. Es wurden das Goldgelbe Löwenäffchen, der Rote Brüllaffe, der Gelbbrust-Kapuziner und Rotbauchtamarine gehalten. Vom zahlreichen Nachwuchs konnten fünf Krallenaffen in Brasilien wieder ausgewildert werden.

Durch diese Laufgitter konnten die Affen zu den gegenüberliegenden Gehegen wechseln.

 

2008 zogen die meisten Bewohner in ein neuerrichtetes Glashaus. Im ehemaligen Schimpansengehege an der Nordseite des Gebäudes leben noch die Kapuzineraffen. Für sie wurde eine geräumige und artgerechte Außenanlage angelegt. Den eheamligen Bereich der Orang Utans bewohnen Gelbbrustaras, Hyazintharas und Sonnensittiche. Das Südamerikahaus wird zur Zeit noch restauriert und umgebaut. Die kahl gekachelte „Badezimmerkultur“ der Innengehege war vom Reinigungsaufwand zwar sehr funktionell, entspricht aber nicht mehr dem Verständnis für naturnah tiergerechte Haltung. Bei den Sanierungsarbeiten wurden allerdings stärkere Schäden als vermutet festgestellt. Wegen Geldmangels dauern die Umbaumaßnahmen noch an. Fotowände vor den im Umbau befindlichen Gehegen und in der Mitte des Raumes, wo früher Bänke für die Besucher standen, zeigen zur Zeit Bilder und Plakate aus der Geschichte des Kölner Zoos.

Voraussichtlich bis 2019 soll im denkmalgeschützten Haus ein begehbarer Regenwald mit Affen, Vögeln und anderen kleinen Tieren des südamerikanischen Dschungels wiedereröffnet werden und zum neuen Südamerikabereich des Zoos gehören.

Ein Gedanke zu “Das Südamerikahaus

  1. Ein ganz toller Post und ich danke dir dass du uns die Geschichte so nah gebracht hast. Toll das soviel gemacht wurde und auch noch wird und es dürfte ein Ereignis werden wenn es zur Wiedereröffnung kommt.

    Also eines ist für mich klar….komme ich nochmal nach Köln dann ist ein Besuch auf jeden Fall ein Muß.

    Liebe Grüsse

    N☼va

    Gefällt 1 Person

Vielen Dank für ein paar freundliche Worte hier. :)

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